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Endlich richtig Cash… Inhalt egal…

… für die echten AutorInnen. Nicht für die gefaketen und nicht für die Vermarkter der Gefaketen. (alles natürlich m/w/d) Sogar Web-Autor*innen können davon profitieren. Noch bis 30. Dezember 2021 handeln!

Noch in 2021 rein in die Verwertungsgellschaft Wort – und dann für die Veröffentlichungen Tantiemen kassieren!

Der ultimative Step-By-Step Guide um mit dem Schreiben von Büchern reich zu werden, ohne dabei zu unfairen Mitteln zu greifen. Einnahmen durch Bücher ohne großes Tamtam. In einem Tag vom Bettler zum Wahrnehmungsberechtigten.

Nur wer dazu berechtigt ist, kann auch seine Rechte (ihre Rechte w/m/d) wahrnehmen. Und das geht so:

Stopp. Nee, jetzt erst mal de Hintergrund des Ganzen. Sollen die Eilig-Leserinnen das doch ruhig überscrollen und gleich unten zu „Und so geht’s“ springen.

Screenshot von der Seite eines Stefanie-Lorenz-Buches auf amazon.de. Ihre Vermarkter haben es – vermutlich mit Hilfe der Site https://www.stefanielorenz.com geschafft, dass etablierte Medien ihr mit Interviews oder Erwähnungen Glaubwürdigkeit verliehen. Auf Nachfrage erst erinnerte sich die Interviewerin der Online-Redaktion der Wiener „Presse“, dass sie S.L. nie gesprochen hat und das Interview per Email geführt wurde. Mir hat S.L. auf eine Emailanfrage nicht geantwortet.
Auch die angebliche Autorin Stefanie Lorenz könnte bei der VG Wort Tantiemen einnehmen, wenn es sie denn gäbe. Und ich wette ein teures Abendessen für jeden der mir BEWEIST, dass es sie gibt. Zu dem einzigen von ihr im Web und auf Amazon zu findenden Foto schreibt mir eine Mitarbeiterin von https://generated.photos , dass dieses Portrait sehr wahrscheinlich computergeneriert ist.

Also, der Hintergrund: Bei der Recherche zu dem ARD-plusminus-Bericht (wer das Ganze noch nicht kennt, guckt hier) haben Irene Gronegger und ich festgestellt, dass etliche der Autorinnen und Autoren von – ich sach jetzt mal wieder – „Schrottbüchern“ auf amazon gar nicht wissen, was mit ihren Manuskripten passiert ist. Sie wissen nicht, wie und wo sie veröffentlicht wurden und wer als angeblicher Autor genannt wurde.

Wer auch immer die Stefanie-Lorenz-Bücher geschrieben hat, er/sie kann Tantiemen von der VG Wort kassieren. Tut er/sie es schon?

Oft wissen sie nicht einmal, wer ihre Bücher verlegt hat, denn sie haben über eine Agentur gearbeitet, an die die Verlage mit dem Schreibauftrag gegangen sind.

Ach was sag ich? „Verlage“? Zu einem Verlag gehört mehr. Buchautoren abwehren. Andere anwerben und päppeln. Texte redigieren und lektorieren, damit alles stimmt. Nennen wir sie lieber „Buchvermarkter. Wortvermarkter. Billig-Einkaufende-und Teuer-Verkaufende (m/w/d). Die kennen sich mit Marketing, Such-Optimierung und Großsprech besser aus als mit Bücherinhalten.

Die oftmals 14,90 Euro Preis für gut 100 Seiten Print-on-Demand bei sehr großzügig breit gesetzten Infos, die aus dem Internet zusammengeklaubt oder aus schnell aus einem Hirn gepresst worden sind (sorry für den Seitenhieb, liebe UrheberInnen), das ist happig.

Screenshot von https://www.amazon.de/gp/product/1734189452 am 25.12.2021
Ein starkes Signal für Fake. Ein Buch von Stefanie Lorenz wurde irre oft in kürzester Zeit mit 5 Sternen rezensiert. Und die RezensentInnen interessierten sich für unterschiedlichste Themen – die aber von einschlägig bekannten anderen Fake-Autorinnen geschrieben wurden. Wer hat all diese Bücher geschrieben. Haben sie ihre VGWort-Rechte wahrnehmen können?

Da kriegt man im realen Buchhandel erheblich mehr fürs Geld – nur halt nicht so große Versprechungen wie bei den online-Buchvermarktern (meist m), die ich hier in dem Titel meines weihnachtlichen Textes nachgeäfft habe.

1,5 Cent pro Wort sind das Übliche für den oder die Urheberin des Buches, das so eine Agentur zahlt. Macht 300 Euro für die 20.000 Worte, die in so einem Dünn-Buch stehen. Wer als Buchvermarkter den Text direkt kauft, zahlt so um die 600 bis 700 Euro. Billig also.

Abhilfe: Die Tantiemen-Ansprüche der Schreiber*innen

Doch es gibt ein bisschen Abhilfe. Denn die
Schreiber dieser Bücher haben*

  1. Anspruch auf Tantiemen von der Verwertungsgesellschaft Wort**
  2. Anspruch auf Auskunft, was mit ihrem Texten passiert ist.

Kostenlos und profitabel

Das anzugehen kostet Euch fast nichts – bloß ein paar Klicks, einige Tastenanschläge (viel, viel weniger als für das Buch), einen Ausdruck des Formulars, eine Unterschrift darauf, eine Briefmarke – und die Entschlossenheit, den Umschlag mit dem Formular so früh in die Post zu geben, dass die Briefmarke auf jeden Fall noch im Jahr 2021 abgestempelt wird. Dann nämlich habt Ihr schon Anspruch auf die Tantiemen, die die VG Wort im nächsten Jahr (u.a. für das Jahr 2021) ausschütten wird.

Und so geht’s

hier die versprochene Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sinngemäß gilt das alles auch für Web-Autorinnen, denn auch sie können Tantiemen erhalten. Es gilt aber nicht für Autorinnen reiner Ebooks.

  1. Abschluss des Vertrags mit der VG Wort
    Ihr schließt möglichkst bald – noch in diesem Jahr – einen Vertrag mit der VG Wort, so dass Ihr wahrnehmungsberechtigt werdet.
    • Dazu registriert Ihr Euch hier als Autor (m/w/d):
      https://tom.vgwort.de/portal/registration/editNewRegistration
      Die Registration ist selbsterklärend und kostenlos. Ihr braucht nichts nachzuweisen.
    • Gleich mit der Registierung könnt Ihr den Wahrnehmungsvertrag herunterladen.
    • Den Vertrag druckt Ihr aus, guckt ob alles richtig ausgefüllt ist und schickt ihn unterschrieben per Post an die VG Wort in München. Der Brief muss noch einen Poststempel von 2021 tragen. Sonst geht ihr bei der Ausschüttung von Tantiemen im nächsten Jahr leer aus und seid erst übernächstes Jahr dran.
      Nochmal: Das kostet nichts, und ihr seid zu nichts anderem verpflichtet als dass Ihr urheberrechtliche Nutzungsrechte, die ihr sowieso nicht selbst geltend machen könntet, durch die VG Wort wahrnehmen lasst. Daher der Name Wahrnehmungsberechtigte.
  2. Recherche der Veröffentlichungen – selbst Ihr findet selbst heraus, wo Eure Werke gelandet sind. Ein vielversprechender Weg ist, auf amazon Titel über die Themen zu suchen, die ihr bearbeitet habt. Mit Hilfe der Leseprobe könnt ihr oft schon feststellen, ob es sich um Euren Text handelt oder nicht. Denn lektorieren oder redigieren – das machen die Buchvermarkter in der Regel nicht, die Eure Texte auf dem Markt geworfen haben.
  3. Recherche der Veröffentlichungen – durch Nachfragen Wenn Ihr es nicht schafft, selbst Eure Bücher zu finden, dann fragt Ihr diejenigen die Euch mit dem Texten beauftragt haben, wo die Texte veröffentlicht wurden. Diese Kolleginnen und Kollegen sind zur Auskunft verpflichtet! Dazu mehr unten.
  4. So, jetzt tragt Ihr bis 31. Januar 2022 im online-Meldesystem T.O.M bei der VG Wort Eure Werke ein. Das ist hier. Mittlerweile ist die zweite Januarhälfte 2022 gekommen. Die VG Wort hat Euch nach ihrer wohlverdienten Weihnachtspause Eure „Karteinummer“ geschickt. Datenbankversierte, wissen, warum. Mit der Nummer können sie alle Alexander Meiers als Wahrnehmungsberechtigte eindeutig den Meldungen zuordnen (und später die Tantiemen überweisen). Und mittlerweile wisst Ihr auch hoffentlich, was mit Euren Werken passiert ist.
    Am 31. Januar ist Meldeschluss in den Bereichen Video, Hörfunk, Fernsehen, Sprachtonträger, Presse, Wissenschaft
    Meldeschluss für die Sonderverteilung Bibliothekstantieme öffentliche Bibliotheken (2022, alle drei Jahre) (Link: Übersicht über alle VG-Wort-Termine)
  5. Sagt oder schreibt mir das Ergebnis. Haltet mich bitte auf dem Laufenden über mögliche Probleme oder Konflikte. Das müsst Ihr nicht, aber es ist eine kleine Aufmerksamkeit für mich. Ich möchte nämlich weiter über die Thematik berichten und freue mich über Infos, wie es weiter geht.
    ( mail an website at schauen punkt de )
Bin ich es etwa, der das Buch geschrieben hat? Hm. Ein Klick auf „Blick ins Buch“ genügt vielleicht schon, um das zu beantworten. Oder ihr investiert zum Jahreswechsel 2021/22 in einen Probemonat bei „Kindle Unlimited“. Damit kann man auf den Volltext der meisten verdächtigen Werke zugreifen. Und dann: Hätte ich mal … mich bei der VG Wort gemeldet!

Wenn die Buchvermarkter bocken?

Das ist ihnen nicht zu raten. Ihr könntet sie entsprechend briefen, zunächst ganz zärtlich:

Die Textagenturen und Buchvermarkter sind zur Auskunft verpflichtet, damit ihr Eure Rechte als UrheberInnen wahrnehmen könnt. Das ergibt sich, für alle lesbar und verständlich, aus den Paragraphen 32 d und 32 e des Urhebergesetzes. Der § 32 d betrifft Eure direkten Vertragspartner, der § 32 e diejenigen, die mit dem Text Geld verdienen.

Ich schließe daraus, dass sie Euch zum Ersatz des Schadens verpflichtet sind, wenn Ihr dadurch die Meldefrist verpasst, dass Ihr nicht rechtzeitig erfahrt, was aus Euren Manuskripten geworden ist. Um diese Schlussfolgerung „hart“ zu machen, könnte ich noch nach einschlägigen Paragrafen und Urteilen suchen, aber jetzt ist erst mal Weihnachten.
Jetzt seid Ihr dran. Und für mögliche Streitfälle könnt Ihr schon mal Beweise zusammenstellen, um zu beweisen, wer Urheber (m/w/d) eines Werkes ist.

Ulli Schauen

Fußnoten

*die Rechte, die ich hier aufzähle, wurde mir im Wesentlichen von einem Juristen bestätigt. Dennoch: Dies ist hier schreibe ich ohne Gewähr und auch ohne Gewehr als Journalist. Nicht als Rechtsberater. Alles, was ich hier schreibe, nehme ich auf meine Journalistenkappe, unter der ich es recherchiert und gesammelt habe, hafte aber nicht.

** Und aus welchen Töpfen kriegt Ihr das Geld? Die Verwertungsgesellschaft Wort ist die Gesellschaft der Verlage und Autor*innen, die (laienhaft ausgedruckt) das Geld für andere urherberrechtliche Nutzungen verteilt, die durch den Kaufpreis noch nicht abgegolten sind und auch nicht vertraglich vergeben werden. Für solche Nutzungen zahlen (nur Zum Beispiel) z.B. folgende NutzerInnen von Werken Pauschalen an die VG Wort:

Bibliotheken dafür, dass bei ihnen Werke ausgeliehen werden ohne dass man sie bezahlen muss

Scannerhersteller, Druckerhersteller etc. dafür, dass man mit ihren Geräten Bücher (teilweise, ganz ist i.d.R. illegal) einscannen und kopieren und dann ausdrucken kann.

Aus solchen Einnahmen verteilt die VG Wort einmal pro Jahr an die Urheber*innen und Verlage die Tantiemen – nach komplizierten Schlüsseln, die bis Mitte des Jahres ausgerechnet werden.

Wer es genauer und in den Worten der VG-Wort-Verantwortlichen wissen will, liest das 17-seitige Merkblatt der Verwertungsgesellschaft , und natürlich gibt es da noch viele weitere Merkblätter zu allem pipapo.

One thought on “Endlich richtig Cash…

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